R9 Bendix, Rosalie
 07.06.1898 - 16.06.1898

Rosalie Bendix
geb. 7.6.1898
gest. 16.6.1898

 

aus: Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945. Teil I Biographisches Lexikon, Münster  ²2001

S. 66-67
BENDIX
Rosalie

7.6.1898 MS - 16.6.1898 MS

S. 66-67
BENDIX
Joseph-Richard    
25.7.1864 Hamm - 15.6.1925 MS
E: Jordan Bendix (1.1.1830 Werne - 5.3.1897 MS) und Clara geb. Löwenstein (20.2.1832 MS - 19.1.1920 MS)
G: Richard (25.6.1866 Hamm - 20.7.1932 MS); Oskar (21. 11.1869 Hamm - 5.10.1917 Belgien)
Inhaber der 1830 in MS gegründeten Schreibmaterialienhandlung "M. Löwenstein". Er kam am 1.12. 1880 als 16jähriger mit seinen Eltern von Hamm (?) nach MS, der Geburtsstadt seiner Mutter. Er wurde Buchhalter und Prokurist, schließlich seit dem Tode seines Vaters 1897 zunächst Inhaber, dann mit seinem Bruder Oskar Teilhaber der Fa. "M. Löwenstein". Seit 1893/94 gehörte er dem "Verein zur Abwehr des Antisemitismus" an. Mindestens seit 1907 war er Vorsitzender des "Israelitischen Wohltätigkeitsvereins" und gehörte zum Verbandsausschuß des 1881 gegründeten "Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens". Das 75jährige Bestehen der Fa. "M. Löwenstein" im Dezember 1905 wurde im Kreise der Mitarbeiter in kleinem Rahmen begangen. Durch den plötzlichen Tod seines Bruders Oskar in Brüssel verlor er seinen Berater in geschäftlichen Angelegenheiten. Da er selbst keine überlebenden männlichen Erben hatte, wurde nach fast 100jährigem Bestehen die traditionsreiche Firma nach seinem Tod ca. 1927 aufgelöst. Der Nachruf der Mitarbeiter würdigte seine unermüdliche Arbeit zum Gedeihen des Hauses, ebenso seine vorbildliche Pflichterfüllung und seinen selbstlosen Einsatz für das Wohl seiner Angestellten. Er war Besitzer der Häuser Ludgeristr. 7/8 und Am Kanonengraben 12. Seine letzte Ruhestätte fand er, wie sein Vater und Großvater, auf dem jüd. Friedhof in MS.

EHEFRAU
Bertha geb. Bendix
14.4.1873 Düren - 29.9.1934 MS
Wohnte seit ihrer Heirat um 1897 in MS, Ludgeristr. 8, später Am Kanonengraben 12, das ihr Ehemann als Eigentum erwarb. Von ihren fünf Kindern verstarben zwei kurz nach der Geburt, zwei weitere Töchter im Alter von 15 bzw. 28 Jahren. Ihre Tochter Lotte Kohnke rettete ihr Leben durch die Emigration. Bertha B. wurde auf dem jüd. Friedhof in MS beerdigt.

KINDER
Rosalie
7.6.1898 MS - 16.6.1898 MS
 
Hans Jordan
5.6.1899 MS - 27.7.1899 MS

Anna
14.5.1900 MS - 27.11.1928 MS
Studentin. Starb nach langjährigem Leiden. Sie wirkte vor dem 1. WK bei Theateraufführungen der Gemeinde, die besonders zu Chanukka dargeboten wurden, mit. Ihr Grab befindet sich auf dem jüd. Friedhof in MS.

Grete
22.8.1901 MS - 27.2.1917 MS
Schülerin des kath. Mädchenlyzeums bis zur Untertertia. Die Schulchronik merkte zu ihrem Tode an, daß sie "sanft nach langem Leiden" entschlafen sei. Ihre Lehrerinnen und Lehrer sowie ihre Mitschülerinnen gaben der "musterhaft artigen und fleißigen Schülerin" das letzte Geleit zum "israelitischen Friedhof" in MS.

Lotte ∞ KOHNKE, Erich
25.8.1902 MS - England

 


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