Grußwort von Frau Regierungspräsidentin Dorothee Feller

anlässlich der Übernahme der Schirmherrschaft für den Verein zur Förderung des Jüdischen Friedhofs an der Einsteinstr. Münster e.V.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Friedhöfe – ganz egal ob christliche, jüdische oder auch Soldatenfriedhöfe – sind für mich ganz wichtige Gedenkstätten. Menschen trauern auf unterschiedliche Art und Weise: Manche brauchen einen Bezugsort, wo sie nach dem Verlust eines lieben Menschen das Gefühl haben, ihm hier besonders nah zu sein. Für viele ist dies das Grab auf einem Friedhof. Für andere kann ein solcher Ort der gemeinsame Lieblingsurlaubsort sein oder der Platz im eigenen Garten oder, oder … Durch das Gedenken bleibt die Erinnerung an die verstorbenen Menschen nicht nur wach, sondern sie bleiben dadurch ein Teil von unserem Leben.

Wenn ich über einen Soldatenfriedhof gehe und mir die Grabschriften anschaue, vor allem, die der jungen Menschen, dann bekommen für mich die Soldaten ein Gesicht und die Grausamkeit der kriegerischen Auseinandersetzungen wird einmal mehr deutlich.

Jüdische Friedhöfe sind ebenfalls wichtige Gedenkorte. Sie machen deutlich, dass jüdisches Leben zu uns in Deutschland gehört, dass es ein Teil unserer Gesellschaft ist. Im Gegensatz zu anderen Friedhöfen sind jüdische Friedhöfe auf die Ewigkeit angelegt. Aufgrund der schrecklichen Ereignisse in der nationalsozialistischen Zeit haben sehr, sehr viele jüdische Bürgerinnen und Bürger auf grausamste Art und Weise ihr Leben verloren oder sind auf Dauer in ein anderes Land ausgewandert. Für mich ist es daher eine ganz selbstverständliche und gerne wahrgenommene Pflicht, dass wir den jüdischen Gemeinden dabei helfen, ihre Ruhestätten mit zu pflegen und das Gedenken an sie wach zu halten. Jüdische Friedhöfe sind daher sowohl Gedenkstätten wie auch die stetige Aufforderung nach Achtsamkeit, damit sich solche Ereignisse wie in der nationalsozialistischen Zeit niemals wiederholen! Die gemeinsame Pflege von jüdischen Friedhöfen biete zudem die schöne Chance, über die Pflege der Gräber hinaus zur Versöhnung beizutragen.

 

 

Gemeinsame Freude über die Schirmherrschaft (v.l.): Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Marie-Theres Wacker, Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Vorstandsmitglied Ludger Hiepel und Sharon Fehr, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde | Bildquelle: Bezirksregierung Münster

Gemeinsame Freude über die Schirmherrschaft (v.l.): Vereinsvorsitzende Prof. Dr. Marie-Theres Wacker, Regierungspräsidentin Dorothee Feller, Vorstandsmitglied Ludger Hiepel und Sharon Fehr, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde | Bildquelle: Bezirksregierung Münster

 

Hier finden Sie die Pressemitteilung der Bezirksregierung Münster.