L163 Feibes, Siegfried
 29.07.1852 - 14.03.1916

Hier ruht
Siegfried
Feibes
geb. zu Münster
29. Juli 1852.
gest. zu Münster
14. März 1916.
Helene
Feibes
geb. Blumenfeld
geb. zu Burgsteinfurt
19. Aug. 1860
gest. zu Münster
17. Febr. 1938.

aus: Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945. Teil I Biographisches Lexikon, Münster  ²2001

S. 123-124
FEIBES
Siegfried

29.7.1852 MS - 14.3.1916 MS
E: Feibes-Jacob Feibes (22.6.1813 Lengerich - 5.12.1891 MS) u. Elfriede geb. Feibes (19.12.1819 Lengerich - 29.10.1880 MS)
G: Julie ∞ Aschaffenburg (22.1.1843 Lengerich - November 1929); Jeanette ∞ Königsberger (20.5.1845 Lengerich - 1918 Aachen); Louise ∞ Goldschmidt (9.7.1858 - 26.2.1927 Köln?/Aachen?)
Kaufmann. Seniorchef des Kaufhauses "J.M. Feibes" (1916). Um 1870 absolvierte er eine kaufmännische Lehre bei der Fa. "S.J. Salomon" in Köln. 1893 war er Mitglied des "Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" und im "Allgemeinen Bürgerschützen-Corps". Außerdem setzte er sich als Vorsitzender der C.V.-Ortsgruppe MS für die Bekämpfung des Antisemitismus ein. 1898 unterstützte er das "Comité für Errichtung eines Asyls für jüdische Kranke und Altersschwache in Westfalen" (Grundsteinlegung 1904 in Unna). Er wohnte im Eigentum Rudolfstr. 20. Das Wahlkomitee des Zentrums stellte für die Stadtverordnetenwahlen 1904 in MS zum ersten Mal mit Siegfried F. einen Juden als Kandidaten auf und wählte ihn mit größter Stimmenzahl. Er war dann von 1905 bis 1916 Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums in MS, wo er in verschiedenen Kommissionen (u.a. Theater-, Schuldentilgungs- u. Marktkommission) tätig war. Auf seine Initiative wurde 1910 die Beleuchtung der Salzstraße erheblich verbessert. Er stand 22 Jahre an der Spitze der Repräsentantenversammlung der jüd. Gemeinde MS. Dem Kuratorium der Marks-Haindorf-Stiftung stand er von 1908 bis zu seinem Tod 1916 vor. Auf seine Initiative sind zahlreiche Verbesserungen der Stiftungsarbeit zurückzuführen. Er war Mitglied des Ausschusses des "Verbandes der Synagogengemeinden Westfalens" und Mitglied der "Abendgesellschaft des Zoologischen Gartens". An seiner Beerdigung nahm neben anderen städtischen Honoratioren auch der Oberbürgermeister teil. Die Grabrede hielt Rabbiner Dr. Felix Coblenz aus Bielefeld, ein Freund des Verstorbenen. In einem Nachruf der Stadtverordnetenversammlung hieß es: "Namentlich sein ruhiges Urteil, das auf großer Sachkenntnis und großer Lebenserfahrung beruhte, wußten wir sehr zu schätzen".

∞ 20.8.1887 (18.8.1880) Burgsteinfurt
EHEFRAU
Helene geb. Blumenfeld
19.8.1860 Burgsteinfurt - 17.2.1938 MS
E: Feibes Itzig Blumenfeld (18.10.1816 Burgsteinfurt - 13.10. 1898) u. Jeanette geb. Blumenfeld (1.7.1817 Osnabrück - 11.12.1901 MS)
G: Olga ∞ Elkan (* 27.6.1842); Max (* 29.5.1844); Bernhard (* 13.5.1846); Laura (1.10.1847 - 8.2.1850); Flora ∞ Joseph (* 10.7. 1851); Emilie ∞ Ascher (* 20.8.1858)
1901 war sie Mitglied im "Israelitischen Frauenverein" in MS. Sie wohnte im Eigentum Rudolfstr. 20. Ihr Grab befindet sich auf dem jüd. Friedhof in MS.

KIND
Elfriede ∞ MEYER, Dr. Max
3.2.1896 MS - KZ Auschwitz

 


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