L160 Steinweg, Amalia
 25.10.1831 - 25.05.1914

פ''נ

Hier ruht
unsere liebe Mutter
Schwiegermutter
u. Grossmutter
Frau Levy Steinweg
geb. Amalia Rosenthal
geb. 25.10.1831.
gest. 25.5.1914.

aus: Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945. Teil I Biographisches Lexikon, Münster  ²2001

[Aufgrund der zeitlichen Begrenzung des Lexikons ist kein eigener Lexikoneintrag vorhanden. Unter folgenden Einträgen ist die Person genannt:]

S. 441-443
STEINWEG
Jacob    
20.4.1871 Wickede - 13.5.1929 MS
E: Levi Steinweg (1.4.1828 Wickede - 4.7.1905 MS) u. Amalie geb. Rosenthal (10.3.1828 Oestrich bei Iserlohn - 21.5.1914 MS)
G: Selig (* 2.2.1857 Wickede); Benjamin (13.2.1859 Wickede - 30.3.1940 MS); Carl (25.6.1861 Wickede - 21.5.1914 MS); Salomon (13.1.1863/4 Wickede - 13.5. 1932 MS); Moses (10.12.1866 Wickede); Henriette ∞ Levy (6.6.1869 Wickede - 31.3.1928 MS)
Sein Vater war Anstreicher und ließ sich um 1880 in MS nieder. Die Familie gehörte in den 1890er Jahren zu denjenigen, die durch die "Freiherrlich Amschel Mayer von Rothschildsche Stiftung" jährliche Unterstützung erhielt. Der Anstreicherberuf wurde in einzelnen Zweigen der Familie auch nach der Emigration fortgesetzt. Sein Vater hatte sich jedoch in MS auf den Handel mit Altmaterialien verlegt, den Jacob St.  übernahm, als sich dieser am 1.7.1892 als Privatier zurückzog. Da er keine männlichen Erben hatte, erlosch das Gewerbe. Er wohnte von 1897 bis zu seinem Tode am 31.12.1929 in der Wilhelmstr. A 11.
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S.447-448
STEINWEG
Salomon
13.1.1863/4 Wickede - 13.5.1932 MS
E: Levi Steinweg (1.4.1828 Wickede - 4.7.1905 MS) u. Amalie geb. Rosenthal (10.3.1827 Oestrich bei Iserlohn - 21.5.1914 MS)
G: Selig (* 2.2.1857 Wickede); Benjamin (13.2.1859 Wickede - 30.3.1940 MS); Carl (25.6.1861 Wickede - 21.5.1914 MS); Moses (* 10.12.1866 Wickede); Henriette ∞ Levy (6.6.1869 Wickede - 31.3.1928 MS); Jacob (20.4.1871 Wickede - 13.5.1929 MS)
Anstreicher, Handelsmann, Rohproduktenhändler. Zog von Wickede um 1880 nach MS und gründete eine Familie. Er wohnte anfangs Wilhelmstr. 4 B (1888). Mit wachsender Kinderzahl wechselten die Wohnungen: Hoppengarten 11 A, (1892), Sternstr. 53, (1894) und Werse 99 (1897). Er gehörte aufgrund seiner Bedürftigkeit auf Vorschlag der jüd. Gemeinde MS in den 1890er Jahren zu den Unterstützungsbedürftigen, die aus der "Freiherrlich Amschel Mayer von Rothschildschen Stiftung" bedacht wurden. 1906 hatte sich seine finanzielle Situation gebessert, und er konnte das Haus An den Bleichen 5 als Eigentum erwerben. Zunächst übte er den erlernten Beruf des Anstreichers aus, verlegte sich dann auf den Handel mit Lumpen, Knochen und Altkleidern, später auf alle Altmetallsorten (Rohprodukten). Zwischen 1922 und 1924 betrieb er das Gewerbe zusammen mit seinem Sohn Paul. Das Hauptgeschäft wurde An den Bleichen 5 betrieben, eine Zweigniederlassung bestand ab 1924 am Dahlweg 2. Letztere wurde am 12.6.1931, ein Jahr vor seinem Tod abgemeldet. Mit seinem Tode 1932 im Alter von 69 Jahren erlosch der Betrieb. Seine Söhne hatten beruflich andere Wege eingeschlagen. Sein Grab befindet sich auf dem jüd. Friedhof in MS. Das Haus An den Bleichen 5 wurde 1935 (?) verkauft und der Erlös unter die Erben verteilt.
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S. 439-441
STEINWEG
Benjamin    
13.2.1859 Wickede - 30.3.1940 MS
E: Levi Steinweg (1.4.1828 Wickede - 4.7.1905 MS) u. Amalie geb. Rosenthal (10.3.1827 Oestrich bei Iserlohn - 21.5.1914 MS)
G: Selig (* 2.2.1857 Wickede); Carl (25.6.1861 Wickede - 21.5.1914 MS); Salomon (13.1.1863/4 Wickede - 13.5. 1932 MS); Moses (* 10.12.1866 Wickede); Henriette ∞ Levy (6.6.1869 Wickede - 31.3.1928 MS); Jacob (20.4. 1871 Wickede - 13.5.1929 MS)
Anstreicher, Rohproduktenhändler. Zweiter Sohn eines aus Wickede stammenden Anstreichers. War vorübergehend 1879 in MS gemeldet, zog jedoch in seinen Geburtsort zurück und gründete dort eine Familie. 1889 kehrte er nach MS zurück, wohnte 1891 Schillerstr. 55 und von 1892 bis 1897 Brinkstr. 17. Er betrieb einen Rohproduktenhandel und erhielt von 1891 bis 1897 aus der "Freiherrlich Amschel Mayer von Rothschildschen Stiftung" einen Unterstützungsbeitrag von 3 Mark. Er erwarb 1895 ein Grundstück in Delstrup im ehemaligen Amt St. Mauritz und wohnte 1909 im Eigentum Wolbecker Str. 134. Nach der Eingemeindung im Jahre 1903 und dem Ausbau des "Herz-Jesu-Viertels" wurde am 30.7.1912 ein Ortstermin zur "Feststellung der Entschädigung für das zum Ausbau der Ewaldistraße in MS zu enteignende oder dauernd zu beschränkende Grundeigentum" von Benjamin St. einberaumt. Es handelte sich um eine Fläche von 1 a 70 qm, die im Dezember 1912 abgetreten wurden. Benjamin St. war es vergönnt, auch während der NS-Zeit bis zu seinem Tod im Jahre 1940 in seinem Eigentum, das zum "Judenhaus" erklärt wurde, bleiben zu können. Nachdem er mehr als zehn Jahre Witwer gewesen war, verstarb er im Alter von 81 Jahren im Clemenshospital und wurde auf dem jüd. Friedhof neben seiner Frau beigesetzt.
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