L127 Baer, Hermann
 25.02.1864 - 1945 KZ

Hier ruht
Frau
Hermann Baer
geb. Johanna Sachsmeier
geb. am 7. März 1865,
gest. am 30. April 1911.
F. J. A.
Hermann Baer
geb. 25. Febr. 1864
aus dem K. Z. 1945
nicht zurückgekehrt

aus: Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945. Teil I Biographisches Lexikon, Münster  ²2001

S. 58
BAER
Hermann    

25.2.1864 Laer/Steinfurt - 14.8.1942 Ghetto Theresienstadt
E: Baer Baer (* 16.9.1816 Laer) u. Regina geb. Rosenberg (* Ahlen ?)
G: Abraham (30.3.1854 Laer - 15.11.1942 Bielefeld); Salomon (31.7.1858 Laer - 18.7.1922 Bad Neuenahr); Caroline (* 8.6.1860 Laer); Sara ∞ Heine (11.6. 1867 Laer - 24.3.1940 Bielefeld); zwei früh verstorbene Geschwister

Kaufmann, Weinhändler. Von 1898 bis zum 20.12. 1933 war er in MS als Wein- und Spirituosenvertreter gemeldet. Diese Tätigkeit gab er als 65jähriger auf. Im Jahre 1899 gehörte er der "Abendgesellschaft des Zoologischen Gartens" an. Wohnte in MS, Augustastr. 31, seit 1910 Hermannstr. 20 und 63 (1921). Seine Ehe war überschattet durch die Krankheit seiner Frau, die bei ihrem Tod 1911 zwei minderjährige Töchter von zwölf und neun Jahren hinterließ. 1933 verzog Hermann B. in das jüd. Altersheim nach Unna, wohin ihm 1941 sein ältester Bruder Abraham und dessen Ehefrau folgten. Als sich die Situation nach dem Pogrom 1938 zuspitzte, versuchte die Heimleiterin vergeblich, mit Unterstützung des jüd. Hilfskomitees in Amsterdam, eine Unterbringung der Altersheiminsassen in den Niederlanden zu ermöglichen. Im Sommer 1942 wurde das Heim zwangsweise geräumt. Während sein Bruder Abraham ins Siechenheim nach Bielefeld transportiert wurde, gelangte Hermann B. am 28.7.1942 von Unna über Dortmund in das Ghetto  Theresienstadt, wo er bereits wenig später am 14.8.1942 den Bedingungen des Transports und der Unterbringung erlag.

EHEFRAU
Johanna geb. Gochsheimer
7.3.1865 Rüsselsheim - 30.4.1911 MS
E: Max Gochsheimer, Fruchthändler, (verstorben Rüsselsheim) u. Friederike geb. Straus (verstorben vor 1911 Frankfurt)
Sie verstarb nach langjährigem Leiden am 30.4.1911 in MS mit 46 Jahren und fand ihr Grab auf dem jüd. Friedhof in MS. Ihre Geschwister wohnten 1911 in Frankfurt, Linnich und Eschweiler.

KINDER
Friederike (Friedel)
* 26.3.1899 MS
1919 war sie Mitglied im "Israelitischen Frauenverein" MS. Sie engagierte sich 1931 für die Gründung eines Angestellten-Ausschusses der C.V.-Ortsgruppe MS.

Erna
* 27.3.1902 MS

 


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