L92 Baumgarten, Moses
 11.07.1843 - 13.02.1922

Hier ruht
mein lieber Mann
unser guter Vater
Moses Baumgarten
geb. 11. Juli 1843
gest. 13. Febr. 1922.

פ''נ
איש ירא ה' מנעוריו
ה' משה בר נפתלי
תנצב''ה

[Hier ruht
ein gottesfürchtiger Mann von seiner Jugend an,
der Herr Mose, der Sohn des Naftali.
Seine Seele sei eingebunden in das Bündel des Lebens.]

 

aus: Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945. Teil I Biographisches Lexikon, Münster  ²2001

S. 62-63
BAUMGARTEN
Moses

11.7.1843 Wolbeck - 13.2.1922 MS
Viehhändler. Verzog von Wolbeck vor 1888 nach Telgte, wo seine Kinder geboren wurden. Um 1906 kam er nach MS und wohnte Dortmunder Str. 11 (1906), Hansaring 12 (1912) und Papenburger Str. 3 (1922). Betrieb eine Viehhandlung seit dem 9.1. 1913 am Hansaring 12 (?). Er verstarb am 13.2.1922 in der Provinzialheilanstalt.

EHEFRAU
Rosalie geb. Spiegel
17.12.1860 - 24.8.1942 Ghetto Theresienstadt
E: Moses Spiegel (1828 Enniger ? - 20.4.1891 Drensteinfurt) u. Hannchen geb. Löwenstein
G: Louis (* 27.3.1863); Theresia (* 27.1.1866); Rika ∞ Berghausen (4.3.1868 - 4.3.1925 Hamm); Adolf (* 27.2. 1870); Regina (6.11.1872 - 19.6.1892)
Wohnte seit ca. 1906 in MS, zuletzt Papenburgerstr 3. Sie lebte als Witwe von ihren Ersparnissen und war 1932 nicht mehr in MS.

KINDER
Frieda
25.5.1888 Telgte - KZ verschollen
Verkäuferin. Sie arbeitete vor 1918 in Dortmund, war anschließend bis Ende Dezember 1918 in Remscheid tätig. Am 26.3.1919 heiratete sie in MS den Kaufmann Benjamin/Benno Berlinger (* 14.10. 1886 Unterdeufstetten/Dinkelsbühl), der in Oeynhausen wohnte. Dem Ehepaar wurden zwei Söhne geboren, Siegfried (* 25.2.1920, Melbergen/Kr. Herford) und Manfred (* 23.8.1925). Die gesamte Familie wurde deportiert und in einem unbekannten KZ ermordet. Ihre Schwiegermutter Rosa Berlinger wurde im Alter von 92 Jahren von Oeynhausen nach Theresienstadt deportiert und kam dort um.
Johanna (?)
Meldete am 17.4.1924 für Papenburger Str. 3 eine Manufaktur- und Textilwarengroßhandlung an. Vom 7.7.1926 bis November 1926 hatte sie eine Vertretung in Wäsche und Textilwaren.
Helene (?)
* 1890er
Sie wohnte 1919 Papenburger Str. 3 und verlobte sich im Oktober desselben Jahre mit Emil Mendel aus Coesfeld (?).
Hermann
27.1.1892 Telgte - Durchgangslager Izbica
Viehhändler. Betrieb seit 1922 die väterliche Viehhandlung, kurzfristig bis zum 10.2.1925 auch einen Rohprodukten-, Fell- und Häutehandel, anschließend eine Bijouteriewarenhandlung (9.1926 - 3. 1929) in der Graelstr. 15. Er wohnte 1926 Papenburger Str. 3 und 1936 Ritterstr. 49. Ende 1936 verzog er nach Ahlen. Vermutlich wurde er zur Zwangsarbeit in Essen herangezogen, da als Berufsbezeichnung 1942 "Arbeiter" angegeben war. Am 22.4.1942 wurde er mit dem Transport des Gestapo-Bereichs Düsseldorf mit 940 Essener Leidensgenossen ins Durchgangslager Izbica deportiert, wo sich seine Spur verliert.
Julius
22.5.1894 Telgte - Durchgangslager Izbica
Kaufmann, Althändler, Vertreter. Er betrieb zwischen 1913 und 1925 in MS verschiedene Gewerbe u.a. photographische Vergrößerungen (1913), An- und Verkauf von Alteisen und Lumpen (Konkurs 1924), Vertretungen in Textilwaren und Stoffen (1922 - 1925) und ein Etagengeschäft in der Privatwohnung, Papenburger Str. 3, sowie eine Filiale in Wolbeck, Herrenstr. 178. Er wohnte mit seiner Ehefrau Erna geb. Erlanger (* 18.10. 1898 München) in Essen, Weberstr. 1, und vom 28.4. bis zum 15.6.1942 im umzäunten Barackenlager Holbeckshof in Essen-Steele, dem Sammelort für die Deportierten. Von dort wurde er am 15.6.1942 mit seiner Frau ins Durchgangslager Izbica verbracht.

aus:  Korrigenda- und Ergänzungsliste zum Biographischen Lexikon, August 2001
S. 3
Rosalie geb. Spiegel
17.12.1860 - 24.8.1942 Ghetto Theresienstadt
Vor ihrer Deportation am 29.7.1942 nach Theresienstadt wohnte sie in einem "Judenhaus" in Lingen.

 


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