L83 Neuhaus, Bernhard
 03.02.1873 - 22.08.1941

Bernhard
Neuhaus
geb. 3.2.1873
gest. 22.8.1941

 

aus: Gisela Möllenhoff / Rita Schlautmann-Overmeyer, Jüdische Familien in Münster 1918 – 1945. Teil I Biographisches Lexikon, Münster  ²2001

S. 318
NEUHAUS
Bernhard    

3.2.1873 Herbern/Lüdinghausen - 22.8.1940 MS
E: Hermann Neuhaus, Händler, (2.5.1829 Scheidingen/Werl - 19.7.1902 MS) u. Sara geb. Levi (20.8.1848 - 5.10.1922 MS)
G: Henriette ∞ Feuerherdt (*19.7.1868 Herbern, wohnte 1899 in Ziesar/Magdeburg); Elise ∞ Neuhaus verw. Ringes (3.12.1870 Herbern - Ghetto Warschau); Mathilde
(* 19.7.1875 Herbern); Max (16.3.1878 MS - 25.12. 1934 Bochum); Hulda ∞ Steinweg (29.7.1880 MS - 10.1.1939 MS); Rika-Frieda ∞ Thalmann (19.7.1883 MS - Ghetto Litzmannstadt/Lodz); Ella (2.6.1886 MS - Ghetto/KZ Riga)
Rohproduktenhändler (1936), Handelsmann. Mit seinen Eltern zog er von Herbern zwischen 1876 und 1878 nach MS. Wohnte mit diesen zunächst Tasche 1/2 (1891) und Aegidiistr. 21 (1897), dann Corduanenstr. 5 (Eigentum seit ca. 1897). Als Teilnehmer am 1. WK wurde er am 6.11.1934 mit dem "Ehrenkreuz für Frontkämpfer" ausgezeichnet. Er betrieb seit 1892 einen Knochen- und Lumpenhandel und verkaufte außerdem "Victualien" (Lebensmittel). Mit dem Verkauf des Hauses am 30.1.1939 an einen christl. Jugendfreund sollte dem betagten Ehepaar, das unter allen Umständen in der Heimat MS verbleiben wollte, die weitere Wohnmöglichkeit in ihrem Haus gesichert werden. Bernhard N. verstarb mit 67 Jahren, sein Grab befindet sich auf dem jüd. Friedhof in MS.

∞ 13.11.1897 MS
EHEFRAU
Emma geb. Nathan
5.5.1868 Bornheim/Bonn - 28.10.1942 Ghetto Theresienstadt
E: Samuel Nathan, Glasermeister, (* 1826/27) u. Sara geb. Herz (1831/32 - Bornheim)
G: Moritz (13.6.1860 Bornheim - 16.4.1925 MS); Lina ∞ Steinweg (15.3.1865 Bornheim - 29.4.1934 MS); Rosalie ∞ Steinweg (4.1.1871 Bornheim - 20.3.1947 Palästina); Johanna ∞ Bienenstock (21.2.1872 Bornheim - 1956 Israel); Hermann (13.5.1875 Bornheim - 29.4.1942 Bielefeld, Freitod)
Wohnte Corduanenstr. 5; war in kinderloser Ehe verheiratet. Sie mußte, obwohl ihr vom Käufer ihres Hauses ein lebenslängliches Wohnrecht eingeräumt worden war, nach Erlaß des NS-Mietgesetzes und nach dem Tod ihres Ehemannes zum 27.11.1940 in das "Judenhaus" Hermannstr. 44 einziehen. Dort teilte sie zusammen mit Johanna Lehmann einen Raum. Am 2.2.1942 zog sie in das letzte münsterische "Judenhaus" Am Kanonengraben 4. Vom 23.7. bis zum 31.7.1941 hielt sie sich, vermutlich bei ihrem Bruder Hermann Nathan, zu Besuch im "Judenhaus" Lützowstr. 10 in Bielefeld auf. Sie wurde 74jährig am 31.7.1942 von MS ins Ghetto Theresienstadt deportiert (Transport-Nr. XI/1-829), wo sie aufgrund der Lagerbedingungen drei Monate später verstarb. Ihr Restguthaben wurde sechs Wochen nach ihrer Deportation vom Oberfinanzpräsidium eingezogen.

 


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